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Francisco Valenca Vaz und Rebekka Kronsteiner studieren seit 2016 Malerei bei Prof. Stephan Baumkötter an der Hochschule für Künste in Bremen.

Mit den neu gewonnenen kuratorischen Erfahrungen durch die Initiierung des internationalen Austauschprojekts CKD zwischen Recife, Brasilien und Bremen, Deutschland in Kooperation  mit der städtischen Galerie Bremen, kam die Idee der Gründung einer eigenen Galerie.

Der konzeptuelle Kern der Off Space Galerie basiert auf dem Gedanken des IN-OUT Austausches zwischen in Bremen lebenden Kunstproduzenten und der Idee der Verknüpfung in andere Städte innerhalb Deutschlands.

Ziel ist es, durch Ausstellungen und künstlerische Veranstaltungen einen Off – Space als Präsentationsplattform für junge Künstler*innen zu schaffen und damit ein Bewusstsein für einen Ort zu generieren, welcher als Showroom für innovative Raum- und Kunstkonzepte fungieren kann. Die Ausrichtung der Ausstellungen auf zeitgenössische Künste soll den Zeitgeist der lebenden und arbeitenden Künstler*innen einfangen und wiedergeben.  Damit entsteht ein modernes Spiegelbild der vielfältigen Facetten an vor Ort entstehenden Exponaten. Um den Fokus der wechselnden Ausstellungen nicht nur regional, sondern auch überregional zu setzen, sollen abwechselnd lokale Künstler*innen und Kunstschaffende aus anderen Städten den Raum bespielen. Die Möglichkeit des Austausches und des Perspektivwechsels ist daher ein weiterer wichtiger Kerngedanke des Konzepts des MMS – Offspace. Alle Ausstellungen werden durch Texte begleitet. Die Autoren setzen sich zusammen aus Kurator*innen, Politikwissenschaftler*innen, Künstler*innen und Kulturwissenschaftler*innen. Am Ende des Projektes wird es einen Katalog geben, in welchem jede Ausstellung mit Begleittext erscheinen wird. Die Fotodokumentarische Ebene wird durch einen professionellen Fotografen begleitet.

Um dies zu verwirklichen, schlagen F. Vaz und R. Kronsteiner im Rahmen des Projekts ein Programm mit 21 Künstlerinnen und Künstlern vor. Das Projekt soll im Januar 2020 starten und sich über die Dauer von einem Jahr hin aktiv in den Stadtkontext einfügen. Das heißt, es wird 8 Ausstellungen geben, welche jeweils einen Ausstellungszeitraum von 3 Wochen zur Verfügung gestellt bekommen. In jeder Ausstellungsgruppe werden drei Künstler*ein den Raum zusammen bespielen.

Um Kunst in einem urban geprägten Kontext einen Platz einzuräumen, und somit eine symbiotische Verbindung zwischen Kunst, Stadt und Leerstand zu kreieren, ist die Wahl des Ortes entscheidend. Um ein weites Spektrum der Bildenden Künste zeigen zu können spielt die flexible Nutzung des Raums eine wichtige Rolle. Wir haben uns basiert daher auf der Idee, einen Zugang zur zeitgenössischen Kunst zu schaffen, welcher genreübergreifend Menschen anspricht, sich dem aktuellen Kunstgeschehen anzunähern. Um unsere Vorstellungen in die Realität umsetzten zu können.

Der Multimedia Messaging Service (MMS) ist eine Weiterentwicklung von SMS (Short Message Service) und bietet die Möglichkeit, mit einem Mobiltelefon multimediale Nachrichten an andere mobile Endgeräte zu schicken. Der Begriff MMS wird als Name des Off – Space aus seinem digitalen Kontext in einen physischen übertragen. Aus digitaler Bilddateienübertragung zwischen zwei technischen Geräten wird die Übertragung real greifbarer Kunstgegenstände von Künstler*innen zum Rezipienten. Dem Off – Space kommt dabei die Rolle „Service“ zu und wird das Medium, welches als Modul, nur durch Kunstwerk, Künstler und Rezipienten, eine Daseinsberechtigung erhält.

 

Rebekka Kronsteiner & Francisco Valenca Vaz

Der Raum, welcher uns im nächsten Jahr zur Verfügung stehen wird, befindet sich im Herzen der Stadt Bremen, Viertel. Bei der Suche nach einer geeigneten Location war uns die zentrale Lage des Ortes sehr wichtig. Wir möchten der voranschreitenden Gentrifizierung etwas entgegensetzen. Die Renovierungsarbeiten befinden sich derzeit im vollen Gange.

Das Haus in welchem sich der Off – Space befinden wird, stammt aus dem Jahre 1875. In den Renovierungsarbeiten werden alte Bauelemente freigelegt, welche über Jahrzehnte unter verschiedenen Schichten von Farbe und Tapete verschwunden gegangen sind. Ziel ist es nicht, einen White Cube im herkömmlichen Sinne zu schaffen, sondern vielmehr einen Ort zu beleben, welcher bereits eine sichtbare Vergangenheit hatte.